Steuern sparen mit Geldanlagen in der Schweiz?

Aus Fernsehkrimis kennt es jeder, das berühmte Nummernkonto in der Schweiz oder auf fernen Inseln. Ist es tatsächlich möglich, das eigene Vermögen in der Schweiz vor dem Zugriff durch den deutschen Fiskus zu schützen?

 

Wer sein Geld anlegen möchte, ohne dem Fiskus etwas von seinem Vermögen abzugeben, der hat in der Schweiz vermeintlich gute Chancen. Bei näherer Betrachtung ist die Schweiz aber auch nicht die optimale Lösung. Wie einige andere Länder nutzen auch die Eidgenossen das sogenannte Quellensteuermodell. Zwar werden hierbei die Zinserträge des Schweizer Kontos nicht an deutsche Behörden übermittelt, aber die Kapitalerträge aus der Schweiz müssen dennoch in der Steuererklärung angegeben werden. Die Schweiz erhebt eine pauschale Steuer, die Quellensteuer, die sie sich mit dem deutschen Staat teilt.

So mancher Anleger wundert sich über die Zinssätze, die den Sparern in der Schweiz bezahlt werden. Mehr als 2,00 Prozent sind dort nicht zu haben. Deswegen führen ausländische Anleger ihre Konten meist in anderen Währungen, beispielsweise in Dollar oder Euro. Zwar sind die Zinssätze, die hierbei erwirtschaftet werden, nicht besonders hoch, dafür ist eine solche Anlage jedoch eine sichere Bank. Um höhere Renditen zu erhalten, legen die meisten Sparer ihr Geld in Geldmarktfonds an. Hier sind die Renditen um einiges höher als die Beträge, die die Banken für Spareinlagen bezahlen. Schweizer Banken sind nicht auf hohe Guthabenzinsen angewiesen. Zum einen verfügen sie über eine hohe Kapitaldeckung, zum anderen erheben sie für Konten – auch für einfache Sparkonten – und andere Geldanlagen Gebühren.

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Wer sein Geld in Wertpapieren anlegt, kann hier Gewinne machen, muss diese jedoch in Deutschland versteuern. Zwar werden bekanntermaßen keine Informationen automatisch an die deutschen Behörden geliefert, dennoch dürfte der gesetzestreue Bürger davon absehen, Steuern zu hinterziehen. Gerade angesichts der aktuellen Welle von Ermittlungsverfahren gegen Steuersünder ist dringend davon abzuraten, Gewinne in der Steuererklärung zu verschweigen.

Es sind nicht umsonst meist die bösen Buben, die in den Filmen zum Telefonhörer greifen und Nummernkonten einrichten, um ihr Vermögen außer Landes zu schaffen. Die berühmten Nummernkonten dürften für den Durchschnittsanleger uninteressant sein: Ein solches Konto kann nur eröffnen, wer gleich einen Betrag in Millionenhöhe einzahlen kann. Außerdem liegen die Gebühren für ein solches Konto bei mehreren Tausend Schweizer Franken pro Jahr. Der Vorteil eines solchen Kontos ist, dass das Geld sicher angelegt und vor dem Finanzamt recht sicher ist. Anonyme Nummernkonten sind seit Langem eine berühmte Schweizer Spezialität. Und sie lohnten sich für beide Seiten. Der ausländische Anleger konnte Zinsen einfahren, die niemandem bekannt waren und deswegen auch mal in der Steuererklärung vergessen werden konnten. Und nicht selten profitierten Banken vom Tod eines Anlegers, wenn dessen Konto niemandem bekannt gewesen war.

Zwar denken die meisten Menschen an Geschäfte am Rande der Illegalität, wenn sie von Schweizer Konten und Geldanlagen hören, aber die Anlage des Vermögens im kleinen Alpenland ist absolut legal – wenn man sich an die Spielregeln hält und alle Einnahmen angibt und sämtliche Zahlungen korrekt deklariert. Andernfalls kann man schnell Ärger mit dem Finanzamt bekommen. Den meisten Anlegern können derartige Informationen egal sein – wer nicht gerade große Summen anlegen möchte, hat bei Schweizer Anlagen keine Vorteile gegenüber Geldanlagen in Deutschland.

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