Rente mit 67: Der Sozialstaat ist herausgefordert
Über die Rente mit 67 wird heftig diskutiert. Die meisten Arbeitnehmer sprechen sich dagegen aus, aber es gibt auch viele, die über die Verlängerung der Lebensarbeitszeit ernsthaft und ohne Vorurteile nachdenken.
Die Lebenserwartung der Bevölkerung steigt, aber die Geburtenzahlen sinken. Die Menschen werden immer älter, aber immer weniger jüngere sind da, um die Renten der Alten zu bezahlen. Dies ist heute das größte Problem unseres Sozialstaats. Wie soll diesem Problem begegnet werden? Die Rente mit 67 gilt vielfach als Lösung. Die Anhebung der Altersgrenze für die Rente soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Generationen bewirken und die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung sicherstellen. Es gibt aber viele Gegner dieser Lösung. Die meisten Arbeitnehmer fürchten sich um den Ertrag ihrer Lebensleistung betrogen.
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Dabei geht es um eine langfristige Planung zur Sicherung der Rentenversicherung. Die Höhe der Rente ergibt sich aus dem Verhältnis des eigenen Arbeitseinkommens zum Einkommen aller Beschäftigten. Das gilt grundsätzlich seit 1957, und das soll auch künftig so bleiben. Neu ist nun die Überlegung, die durchschnittliche Lebensarbeitszeit als Berechnungsgrundlage um zwei Jahre heraufzusetzen. Schrittweise wird die Regelaltersgrenze ab 2012 zunächst in Monats-, später in Zwei-Monats-Schritten angehoben. Voll betroffen von der Rente mit 67 ist erst der Geburtsjahrgang 1964.
Wer die Rente mit 67 befürwortet, will keineswegs die Arbeitskraft von Angestellten und Arbeitern bis zu deren Erschöpfung ausbeuten. Er will nur mehr für die Gerechtigkeit zwischen den Generationen sorgen. Wichtig wäre es, die starre Altersgrenze für den Eintritt in den Ruhestand aufzuheben. Eine flexible Altersgrenze würde die Konkurrenz zwischen den Generationen entschärfen. Mancher Arbeitnehmer ist schon im Alter von kaum sechzig Jahren mit seiner Leistungskraft am Ende, viele aber gibt es, die auch mit siebzig noch gerne weiterarbeiten würden.
Bei der Debatte um die Rentenansprüche der Berufstätigen geht es nicht nur um die Hohe der Bezüge. Vielmehr wird auch diskutiert, wie die Gesellschaft mit älteren Menschen umgehen soll. Immer mehr Sozialpolitiker stellen sich dieser Frage. Wer mit 65 oder 67 Jahren in Rente gehen will, soll dies tun können, wer aber länger arbeiten will, dem sollte das möglich sein, ist die Meinung.
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