Kick Backs – umstrittene Praxis der Finanzbranche

Die Zahlung so genannter Kick Backs ist vor allem bei der Vermittlung von Anlageoptionen, wie beispielsweise Investmentfonds, gar nicht so selten. In manchen Fällen können sie aber die Grenze zur Straftat überschreiten.


Ähnlich wie auf allen anderen Märkten auch, konkurrieren natürlich auch auf dem Finanzmarkt ganz unterschiedliche Anbieter miteinander. Und wenn beispielsweise eine Bank, eine Versicherung oder ein Makler die Produkte eines solchen Anbieters verkauft, denkbar sind unter anderem Fondsanteile, dann bekommt der Verkäufer dafür eine Provision. Wie hoch diese Provision ausfällt, kann dabei ganz unterschiedlich sein. Gemeinsam ist allen Provisionen, dass sie aus den Gebühren der jeweiligen Anleger gezahlt werden. Eine Praxis, die durchaus üblich und an sich nicht verwerflich ist, denn auch ein Immobilienmakler bekommt ja beispielsweise eine Provision dafür, dass er ein bestimmtes Haus oder eine Wohnung an einen Käufer oder einen Mieter vermittelt. Allerdings muss der Verkäufer – egal ob Immobilienmakler oder Bankangestellter – seine Kunden über diese Provisionen oder auch Kick Backs unterrichten. Tut er dies nämlich nicht, drohen ihm unter Umständen Schadensersatzklagen.

Und eine solche Klage kann sehr schnell sehr teuer werden. Denn laut einem Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2000 darf der Anleger, sofern er nicht über die Kick Backs informiert wurde, nicht nur das eigentliche Fondsgeschäft rückgängig machen, sondern auch alle anderen Wertpapiertransaktionen, die er vielleicht bei dieser Bank oder diesem Versicherer getätigt hat. Der Grund dieser Rechtsprechung ist vor allem der Schutz der Anleger, denn natürlich haben die Verkäufer der jeweiligen Anlageoption ein hohes Interesse daran, diese auch zu verkaufen. Das Wohl des Kunden kann da leicht aus dem Blick geraten. Aus diesem Grund gibt es entsprechende Vorschriften nicht nur in Deutschland, sondern unter anderem auch in Österreich.

Insgesamt kann man also sagen, dass die Kick Backs von vielen Experten als nicht ganz unproblematisch eingestuft werden. In nicht wenigen Fällen ist zudem der Übergang zwischen dieser Art von Provisionszahlungen und der Zahlung von Bestechungsgeldern besonders im Banken- und Immobiliensektor fließend, aber auch im medizinischen Bereich, wo es ähnliche Zahlungen ebenfalls gibt, obwohl dort diese explizit verboten sind.