Die Zinsprognose beeinflusst die Marktwirtschaft

Der normale Bürger möchte sein Geld möglichst gewinnbringend anlegen oder für einen Kredit wenig bezahlen. Zwangsläufig verlässt er sich auf die Zinsprognose der Banken, doch wer weiß schon, wo diese Werte herkommen.

 

Wer sich mit Zinsen beschäftigt, wird mit Ausdrücken wie Lombardpolitik, Federal Funds Rate oder Basiszinssatz konfrontiert. Im Endeffekt bedeuten alle das Gleiche: Sie sind Steuerungsinstrumente zur Beeinflussung der Geldmenge in einer Volkswirtschaft um eine wirtschaftliche Stabilität zu sichern.

Die von den Zentralbanken getroffenen Maßnahmen zur Beeinflussung des Geldmarktes führen unter Zuhilfenahme von mathematischen Formeln und Analysen zu einer Zinsprognose. Die Erfahrungen in den letzten Jahren haben aber gezeigt, dass aufgrund von diversen unerwarteten Ereignissen diese immer wieder korrigiert werden musste. So hatte der Ausbruch des Monte Hellen in den USA ebenso Einfluss auf die Weltwirtschaftslage wie der Einmarsch der irakischen Truppen in Kuwait oder der unerwartete Konkurs einer Londoner Bank. Gemeinsam ist allen diesen Ereignissen, dass die Zeit für eine Prävention fehlte und die Folgen nur begrenzt abschätzbar waren. Aufgrund solcher Ereignisse ist eine langfristige Voraussage der Entwicklung des Kapitalmarktes auch für einen erfahrenen Analysten schwierig.

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Aber es gibt noch einen weiteren Punkt, der die Zinsprognose maßgeblich beeinflusst - die diversen Zinstheorien. Je nachdem welcher Schule der Analyst anhängt, kann diese auch in die Berechnungen einfließen. Eine völlige Objektivität ist nicht möglich, da Gewichtungen der einzelnen Faktoren stattfinden müssen. Die wichtigsten theoretischen Erklärungen für den Zins sind der klassische/neoklassische Ansatz, die Urzinstheorie, die dynamische Zinstheorie und die Eigentumstheorie des Zinses. Daneben gibt es noch sieben weitere Ansätze.

Wer heute sein Geld anlegen möchte, stellt fest, dass die Zinsen innerhalb der letzten 12 Monate gewaltig gefallen sind. Die Banken sind nicht mehr auf die Gelder der Anleger angewiesen um ihre Liquidität zu erhöhen, sie können zu günstigen Konditionen auf dem Kapitalmarkt Geld beschaffen. Experten gehen davon aus, dass die Notenbanken noch eine Zeit ihre der Niederpreispolitik beibehalten werden. Die Zukunft wird zeigen, ob die Zinsprognosen der Analysten zutreffend sind oder ob die Vorhersagen korrigiert werden müssen.

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