Die Rolle der Geldwertanlage im Sparer-Portfolio
Geldwertanlagen wie Sparbücher und Tagesgeldkonten bieten den Vorteil, dass man sie bei Bedarf schnell in Bargeld umwandeln kann. In Zeiten schwankender Wechselkurse ist im Umgang mit ihnen allerdings Vorsicht geboten.
Lange Zeit waren Geldwertanlagen die mit Abstand am weitesten verbreitete Form des Sparens. Sparbücher, Lebensversicherungen und Rentenfonds waren die Instrumente, mit denen sich die Großeltern finanziell absicherten. Schon Kindern wurde diese Form des Anhäufens von Geld nahegelegt, indem man ihnen Sparschweine schenkte oder schon im Säuglings-Alter Sparkonten eröffnete.
Seit immer mehr Menschen Zugang zu den Kapitalmärkten haben, hat sich dies verändert. Sparbücher – oder ihre moderneren Formen, die Tagesgeldkonten – werden immer noch als sicher angesehen, gelten aber als wenig lukrativ. Viele, die ihr Kapital vermehren wollen, setzen heute auf Anteile an Firmen, oder kaufen Edelmetalle oder Rohstoffe, bei denen sie eine Wertsteigerung erwarten. Die Kapitalmärkte sind heute wesentlich offener als noch vor wenigen Jahrzehnten. Finanz-Laien holen sich in einschlägigen Wirtschafts- und Finanzmedien Expertenwissen über die Märkte. Das "herkömmliche" Sparen über regelmäßige Einzahlungen wirkt fast schon verstaubt. Wer es immer noch tut, fühlt den Zwang, sich damit rechtfertigen zu müssen, dass er sich nicht für die Finanzwelt interessiert, und einfach nur etwas zur Seite legen will. Andere sagen, sie hätten Angst, die Früchte ihrer Arbeit durch Börsencrashs zu verlieren. Tatsächlich müssen Kleinanleger bisweilen schmerzvolle Verluste hinnehmen. Anders als institutionelle Anleger verlieren sie dabei aber nicht nur einige Prozentpunkte an Rendite, sondern wesentliche Teile ihres Vermögens.
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Leider können auch Sparbücher und Lebensversicherungen keine absolute Sicherheit bieten – im Gegenteil. Den Ruf, eine sichere Anlageform zu sein, haben sie aus der Zeit, in der die D-Mark über Jahre und Jahrzehnte stabil blieb. Der Euro erwies sich als weniger stabil, und vielen wurde klar, was Wirtschafts-Experten schon lange wussten: Auch Sparbücher und Lebensversicherungen sind zu einem gewissen Teil spekulativ. Wer sein Vermögen gegen Zinsen bei einem Geldinstitut hinterlegt oder feste Raten für das Versprechen einer festen Versicherungssumme einzahlt, geht davon aus, dass das Geld seinen Wert beibehält. Heute ist jedoch klar, dass auch der Wert des Geldes schwankt. Es kann sein, dass Wechselkursschwankungen den tatsächlichen Wert des Ersparten zum Auszahlungszeitpunkt verdoppeln oder halbieren.
Heute sind sich viele Menschen bewusst, dass absolute Sicherheit beim Sparen eine Illusion ist. Geldwertanlagen sind durchaus sinnvoll, wenn man sich ihrer Risiken und Möglichkeiten bewusst ist. Vertraut man beispielsweise dem Euro nicht, kann man beispielsweise ein Konto in Pfund, Yen oder Schweizer Franken eröffnen. Sollte der Euro tatsächlich an Wert verlieren, bleibt das Ersparte so erhalten. Ähnlich sieht es aus, wenn man Anleihen von Firmen oder Regierungen erwirbt, die in anderen Währungen geführt werden. Somit vermeidet man Risiken, die aus Wechselkursschwankungen entstehen. Auch haben Tagesgeldkonten, die moderne Form des Sparbuches, häufig flexible Zinssätze. Sie passen sich einer eventuell plötzlich eintretenden Inflation an. So werden Geldwertanlagen immer eine Rolle als Investitionsform spielen.
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