Das Discount-Zertifikat: Geldanlage mit Wettencharakter

Früher nur eine Anlageform für Spezialisten, heute eine weit verbreitete Art und Weise, in Aktien zu investieren: Das Discount-Zertifikat nutzt wohl mehr der Bank als dem Anleger, die Gewinnmöglichkeit ist gedeckelt.

 

Die Idee, ein Discount-Zertifikat auf den Markt zu bringen, hatte ein Wertpapierfachmann einer Bank in Deutschland. 1995 entwickelte er dieses Zertifikat, das bis dahin unter professionellen Anlegern schon in ähnlicher Weise praktiziert worden ist. Wer ein Zertifikat kauft, erhält damit nicht die Aktie selbst, sondern lediglich ein Anrecht auf die Aktie, und zwar zu einem Kurs, der unter dem aktuellen Tageskurs liegt. Daher die Bezeichnung Discount. Der Anleger verzichtet mit dem Kauf des Zertifikates aber darauf, einen Kursanstieg über eine bestimmte Höhe in Anspruch zu nehmen. Außerdem verzichtet er auf die Dividende und meist auch auf sein Stimmrecht.

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Die Kappungsgrenze für die Gewinnmitnahme, genannt Cap, spielt eine wichtige Rolle, wenn nach Beendigung der Laufzeit des Discount-Zertifikates die Fälligkeit ansteht. Wenn der Basiswert der Aktie unter dem Cap notiert, erhält der Käufer den Kurswert. Dies muss nicht zwingend einen Verlust bedeuten, denn die Aktie wurde ja mit einem Discount erworben, was eine gewisse Absicherung für höhere Kursverluste darstellt. Notiert der Basiswert allerdings über dem Cap, erhält der Kunde lediglich den Cap. Weil der Kunde auf die Möglichkeit der Wertsteigerung verzichtet, ist sein Discount-Zertifikat billiger als der Basiswert der Aktie. Ein Beispiel: Es wird eine Laufzeit von 18 Monaten für das Zertifikat vereinbart. Der Basiswert der Aktie beträgt 100. Der Cap wird bei 110 festgesetzt. Eingekauft wird mit Discount aber nur für 80 - was eine Ersparnis von 20 Prozent darstellt, im Beispiel aber einen Gewinn von annähernd 40 Prozent ausweist.

Doch Vorsicht: Die Anlageform insgesamt ist riskant. Es gibt zahlreiche Konstruktionsmöglichkeiten für diese Anlageform, die detaillierte Kenntnisse des Börsengeschehens und der Geldanlage in Aktien voraussetzen. Wer dies nicht hat, ist auf das Urteil der Broker angewiesen. Dass diese nicht immer verlässlich sind, hat die jüngere Vergangenheit eindrucksvoll bewiesen. Wird die emittierende Bank des Zertifikates zahlungsunfähig - wie in den USA jüngst der Fall - dann entsteht ein Totalverlust für den Spekulanten.

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